Welche Arten von Holzkohlegrills gibt es?

Weber Smokey Joe Silver
Mit Holzkohle betriebene Grills lassen sich in erster Linie danach aufteilen, wie sie das Fleisch garen. Sie unterscheiden sich natürlich auch in der Bauweise, was wiederum einen Einfluss auf die Anwendung des Grills hat. Wie kann ein Kohlegrill also funktionieren? Die in Deutschland bekannteste und meistbenutzte Grilltechnik ist das direkte Grillen: Hier wird das Fleisch auf einem Rost direkt über der Kohle gegart - durch die Wärmestrahlung, die von ihr ausgeht. Weniger bekannt ist das indirekte Grillen, bei dem sich das Grillgut nicht direkt über der Kohle befindet, sondern meist über einer Tropfschale liegt (die dazu dient, herabtropfende Säfte etc. aufzufangen), und durch Rauch und heiße Luft gegrillt wird. Indirekt Grillen ist mit sogenannten Kugelgrills möglich, die wegen dieses schonenden Zubereitungswegs schnell sehr beliebt geworden sind. Manche Grills können auch beides, ein kleiner Handgriff reicht um zwischen beiden Garmethoden zu wechseln.
Als drittes gibt es dann noch sogenannte Barbecue-Smoker: Hier wird das Grillgut nur durch den Rauch des Feuers gegart, mit einer niedrigeren Temperatur als beim indirekten Grillen. Die Kammer, in der das Feuer brennt, ist abgesehen von der Rauchzuleitung ganz von der Grillkammer getrennt. Diese Methode ist noch schonender als das indirekte Grillen und bildet keinen zusätzlichen Aufwand, dauert aber wegen der niedrigen Temperaturen auch besonders lange (drei Stunden und mehr). Alle drei Grillarten haben ihre Vor- und Nachteile und eigenen sich daher nicht für jeden.

Farmer Smoker
Die Besonderheiten kurz dargestellt: Direkt garende Holzkohlegrills sind die klassische Art und am einfachsten aufgebaut. Das Grillgut wird schnell gar, darf aber nicht zu dick sein. Das direkte Grillen mit Holzkohle ist einfach Tradition und äußerst beliebt - hier kommt die echte Grillatmosphäre auf! Indirekt garende Holzkohlegrills (wie die erwähnten Kugelgrills) sind auch für dickere Fleischstücke und empfindlicheres Grillgut geeignet, da sie nicht durch direkte Wärmestrahlung garen. Hier hat die Wärme genug Zeit, in den Kern des Fleisches vorzudringen, sodass es gleichmäßig gart, anstatt außen zu dunkel zu werden, innen aber roh zu bleiben. Auch Fisch und anderes werden hier sanft gegart. Gerade bei fangfrischer Ware direkt vom Boot wird Fisch zu einem Hochgenuss. Zudem befindet sich unter dem Rost selbst für gewöhnlich eine Tropfschale, die Fleischsäfte und sonstige Flüssigkeiten auffängt, die aus dem Grillgut tropfen. So wird verhindert, dass die Glut auflodert und schädliche Stoffe entstehen, die dem Grillgut anhaften können.
Da diese Art Grill ähnlich wie ein Umluftbackofen funktioniert, muss man das Grillgut nicht einmal wenden, damit es schön gleichmäßig und zart gegart wird. Dafür dauert das gesamte Grillen dann aber auch länger, man sollte also früh anfangen, damit Familie, Gäste oder sogar ihr Date nicht unnötig lange warten müssen. Noch sanfter gart ein Barbecuesmoker, der das Fleisch gewissermaßen räuchert - allerdings heiß, bei Temperaturen von 100 bis 120 Grad Celsius. Das Grillgut nimmt sehr viel Geschmack an, wenn man Holz zum Befeuern verwendet, weniger oder gar keinen bei Holzkohle. Es ist sehr saftig, zart und würzig, eine Delikatesse! Die Garzeit verlängert sich gleichzeitig aber auf mehr als drei Stunden, und ein Smoker-Ofen oder ein Backhaus ist ziemlich raumfordernd - nichts für Balkone oder auf Reisen. Auch beim Smoker muss man das Grillgut nicht wenden, also trotz langer Garzeit nur wenig Arbeitsaufwand. Welchen Grill Sie bevorzugen müssen Sie also als Erstes wissen - traditionell direkt grillen, extrasanft nur durch Rauch garen oder den Kompromiss des indirekten Grillens eingehen? Weiterhin sind Barbecuesmoker zwar grundsätzlich platzintensiv, "normale" direkte und indirekte Grills sind aber in verschiedenen Größen erhältlich - von klein und transportabel für Camping, Bergtouren und Balkon, wie den Son of Hibachi, bis groß und komfortabel für den heimischen Garten. Die Unterschiede liegen auf der Hand: Wer gerne den Grill mit auf Reisen und Ausflüge nimmt, ist mit einem transportablen Modell natürlich besser bedient, wer nur zuhause im Garten Gäste bewirten möchte, sollte sich für ein komfortableres Modell entscheiden, welches mehr Funktionalität bietet.
